Nur wer das Gestern versteht, findet sich im Heute zurecht
  Kreis Großwartenberg
 

Zeittafel zur Stadtgeschichte Wartenberg

  • Ende des 12. Jahrhunderts: der Ort und die Gegend werden erstmalig als districtus Syczow sive Wartinbergk in einer Urkunde des Bistums Breslau erwähnt.
  • 1276: Ein Albert von Schmollen wird als castellanus in Wrathenberc bezeichnet, welches darauf hinweist, dass die Stadt schon vor diesem Datum ein wichtiger Ort an der Handelsstraße Breslau–Kalisch–Thorn war. Es bezeugt auch das Vorhandensein einer festen Burg, die außerhalb der Stadt lag.
  • 1287: Die Stadtpfarrkirche wird erwähnt.
  • 1293: Durch Erbteilungen des Herzogtums Breslau fällt Wartenberg an das Herzogtum Glogau.
  • 1320: Die Stadt kommt zum Herzogtum Oels.
  • 1369: Für dieses Jahr ist für Wartenberg das Magdeburger Stadtrecht bezeugt und auch das erste Stadtsiegel.
  • Um 1400: Die Piasten erbauen die Stadtpfarrkirche zu den hl. Aposteln Peter und Paul.
  • 1489: Nach dem Tode des letzten piastischen Herzogs von Oels wird die Herrschaft Wartenberg als erledigtes Lehen vom König Vladislav II. Jagellonicus eingezogen. Der König trennt Wartenberg vom Herzogtum Oels ab und schafft eine Freie Standesherrschaft, die bis 1517 im Besitz der Herren von Haugwitz bleibt.
  • 1529–1571: Die Standesherrschaft ist Eigentum der Freiherren von Maltzan.
  • 1571: Elisabeth von Maltzan verkauft die Standesherrschaft für 133.000 Gulden an den Freiherrn Georg von Braun (Vorfahre des Wernher von Braun). Unter Braun kommt die Stadt zur Blüte: Er fördert das Handwerk und schützt die Bauern auf seinen Gütern.
  • 1591: Georg Wilhelm von Braun verkauft die Standesherrschaft für 140.000 Taler an Abraham Burggraf von Dohna-Schlobitten. Dohna, glühender Katholik, gibt sämtliche protestantisch gewordene Kirchen in der Standesherrschaft an den katholischen Klerus zurück.
  • 1594: Burggraf Dohna beginnt unweit der alten Burg den Bau eines neuen Schlosses; die Arbeiten dauern bis 1608.
  • 1610: Zur Unterscheidung von Deutsch Wartenberg (Otyń) im Kreis Grünberg nennt man sie ab ab diesem Zeitpunkt Polnisch-Wartenberg.
  • 1734: Reichsgraf Ernst Johann von Biron, späterer Herzog von Kurland, erwirbt die Standesherrschaft, die bei seinen Nachkommen bis 1945 bleibt.
  • 1742: Wartenberg kommt mit Schlesien zu Preußen und wird zur Hauptstadt eines Kreises von zusammen 813,89 km². In der preußischen Zeit wird die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Leinweberei.
  • 1758: 863 Einwohner.
  • 1805: Die Stadtmauer wird abgerissen.
  • 1825: 1867 Einwohner. Viele Weber emigrieren nach Kongresspolen in die Städte Kalisz und Zgierz.
  • 1853: Das Schloss wird vergrößert und im Tudorstil umgebaut.
  • 1880: Die Stadt hat 214 Häuser und 2320 Einwohner, davon 1306 Evangelische, 887 Katholiken und 127 Juden. Die Bevölkerung ernährt sich von der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Handwerk und Handel. Im Kreis Wartenberg gibt es etwa 57% der Einwohner, die sich zur polnischen Nationalität bekennen.
  • 1888: Die Stadt wird in Groß Wartenberg umbenannt.
  • 1920: 382,59 km² des Kreises werden von der Versailler Konferenz der Republik Polen zugesprochen.
  • 1945, Januar: Die Stadt fällt völlig unversehrt in die Hände der Sowjetarmee, die hier bis zum Sommer 1945 haust. Die Stadt (u.a. das Rathaus) und das Schloss werden geplündert und angezündet. Beim Einzug der neuen, polnischen Verwaltung liegt die halbe Stadt in Trümmern.
  • 1946: Die Stadt hat 2600 Einwohner.
  • 1961: 4277 Einwohner.
  • 1970: 5637 Einwohner.

Die ersten namentlichen Erwähnungen von Groß Wartenberg finden wir als Sucowine.
Ende 1820 ist der Regierungsbezirk in die Kreise Breslau-Stadt, Breslau-Land, Brieg,Frankenstein, Glatz, Polnisch Wartenberg, Guhrau, Habelschwerdt, Militsch,Münsterberg, Namslau, Neumarkt, Nimptsch, Oels, Ohlau, Reichenbach, Schweidnitz,
Steinau, Strehlen, Striegau, Trebnitz, Waldenburg und Wohlau untergliedert. 1854 wird aus Teilen des Kreises Glatz der Kreis Neurode gebildet. Polnisch Wartenberg wird 1888 in "Groß Wartenberg" umbenannt. Seit 1899 bildet die Stadt Schweidnitz einen eigenen Stadtkreis, und ab 1907 auch die Stadt Brieg.
Um 1890 bildeten die Protestanten den Haupteil der Kreisbevölkerung. Je 1000 Einwohner entfallen 700 -850 evangelischen Glaubens. Nach Ende des Ersten Weltkriegs tritt der Regierungsbezirk Breslau entsprechend den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages vom 28. Juni 1919 Teile der Kreise Guhrau, Militsch, Namslau und Groß Wartenberg an Polen ab. An den niederschlesischen Kreisen Groß-Wartenberg und Namslau zeigt Haver < 1826>, welche Schäden die sinnlosen Zerreißungen der Grenze mit sich gebracht haben und wie unberechtigt sie waren. Im Widerspruch zum Minderheitenrecht wurde die deutsche Schule in den abgetrennten Gebieten unterdrückt. Rücksichtslos wurden die Eisenbahnen und Verkehrsstraßen durchschnitten, so daß die frühere wirtschaftliche Einheit dieser Gebiete vernichtet ist und die einst wohlhabenden Städte, ihrer Absatzgebiete beraubt, zugrunde gehen. In diesen Grenzkreisen sind nach der Kolonisation die Slawen nicht restlos in der deutschen Bevölkerung aufgegangen. Eine polnische »Unterwanderung« stärkte später die polnischsprachige Bevölkerung. Das bedeutete aber keineswegs eine Stärkung des polnischen Nationalbewußtseins. Niemals wurde hier ein Sprachenkampf wie in Oberschlesien geführt, niemals wurden polnische Abgeordnete gewählt. Die Bevölkerung empfindet heute noch die ohne Abstimmung erfolgte Zuteilung an Polen als eine Verletzung des Selbstbestimmungsrechts.Vom aufgelösten Regierungsbezirk Posen werden 1922 Teile der Kreise Krotoschin, Lissa und Rawitsch eingegliedert.

v. Minnüch inGroß Wartenberg:
Besitzwechsel (in Bearbeitung)
Die Birons in Groß Wartenberg:
Hübner 1763 (in Bearbeitung)
Wehrbauten 1942 (ohne Erwähnung der Birons!) (in Bearbeitung)
poln./deutsche Kreiskarte
Panzergraben (Bartholdlinie) Zeitzeugenbericht
Panzergraben (Bartholdlinie) Lexikon
 
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