Nur wer das Gestern versteht, findet sich im Heute zurecht
  Pawelau
 



Das Wappen von Neumittelwalde.
Medzibor, deutsch Mittelwalde. ist ein besseres Städtchen als Juliusburg und Hundsfeld, liegt mitten im
Walde auf einer Anhöhe, in einer angenehmen Gegend, welche durch die Weinberge verschönert wird,
nicht weit von der pohlnischen Gränze, 4 Meilen von Oels, 4 von Bernstadt, ist ohne Mauern, aber accisbar,
gehört dem Herzog von Oels, welcher ein Domainenamt daselbst hat. 1487 besaß es Melchior von Rohr,
der eine Kirche im Ort erbauete; nachher der polnische Graf Andreas Lescinski, von dem es 1599
der Herzog zu Oels erkaufte. 1619 und 1633 plünderten die Polen Medzibor.
1756 den 1. Oktober brannte ein Theil der Stadt ab. Die Stadt hat ein fürstlich Schlos und Amt,
eine evangelische Kirche und Schule, an ersterer stehet der Pastor und Senior, Christian Samuel Peucker
und der pohlnische Prediger, Herr Hauser; an der letztern ein Rektor, Kantor und ein Kollege. Häuser sind 127 und 14 Scheuern. Die Einwohner reden deutsch, sind evangelisch und ihre Anzahl war im Jahr:
1756 = 621
1766 = 693
1784 = 685
Die ev. Kirche von Neumittelwalde war das Gotteshaus auch für die Bewohner der umliegenden Dörfer,
die mit Ihren Wiesen und Feldern in die waldreiche Landschaft eingebettet waren.
Weithin war die weiße Kirche mit dem grünlichen Turmdach und dem goldenen Knauf zu sehen.
Die Kirchenbücher sind mit hoher Wahrscheinlichkeit vernichtet, wenn auch ein jeden Zweifel
ausschließender Beweis fehlt. Das gilt für weiter als bis in die Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückführende
Register, welche sich in einem Breslauer Archiv befunden haben. Wir können nur auf das Militärkirchenbuch von 1801-15. September 1805 zurückgreifen:
52 Taufen, 10 Trauungen, 25 Sterbefälle (22 Kinder u. 3 Erwachsene), 5 Todgeburten
Das evangel. Pfarramt bediente sich bis zuletzt (1945) eines runden Stempels mit einem Johanniter-Kreuz
(allerdings ohne Ausschnitte an den Enden) mit der frei übersetzten Umschrift:
Siegel der Bergfeste Medzidor - zum heiligen Kreuz inmitten der Wälder


Die alte Bezeichnung Medzidor wurde also weitergeführt, obwohl Heinrich Wenzel,
Herzog zu Münsterberg, in seiner Urkunde vom 6. Mai 1637 (Erhebung des Ortes zur Stadt)
folgendes bestimmt hatte:
Auch geben Wier Ihnen hiermit den Deutschen Namen Mittelwalde, und wollen,
daß Sie hienfürder solchen Nahmen in allen Ihren Schreiben, Brieflichen Urkunden, Abschieden
und allenthalben gebrauchen, auch hienwiederrumb Mittelwalde von menniglich genennet
und tituliert werden solle.
Erst 1886 wurde Medzibor in Neumittelwalde umbenannt.
  • Bewohner
  • Parsiegla, Wilhelm Hubert, *14.12.1905, °° 8.6.1923 in Herten mit 
(Auguste Henrietta Poreda, geb. Reinofs aus dem Landkreis Lyck
  • Mottok, seit 1742 Bauern, vorher Dreschgärtner in Suschen.
    Kurt Mottok (geb. Berlin) stöberte 1958 die Militärkirchenbücher (1801-1805)
           in Berlin-Dahlen auf. Kurt Mottok "Ostdeutsche Familienkunde" Heft 3/1962
  • Gola Friedrich, * vor 19.1.1877, °° Rosina Schwarz, 
    • Susanna Gola, geb. 16.03.1850 zu Pawelau,
    • Tochter der zu Pawelau verst.Friedrich Gola und der Rosina, geb. Schwarz.
 
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