Nur wer das Gestern versteht, findet sich im Heute zurecht
  Trembatschau (Beschreibung)
 
Wir können heute davon ausgehen, das die Besiedlung der Gegend vom heutigen Ortsteil Ligota (südl. Teil Trębaczów´s) ausging. Hier müsste die erste Stelle gewesen sein, von der die Bewirtschaftung der Umgebung ausging. Bischof Lorenz (+12. März 1233, Kloster Leubus) war der Eigentümer von Trembatschau * bis er das Dorf bei Herzog Heinrich gegen das Dorf Chremesnitz ( vormals dem Kloster Trebnitz gehörend) eintauschte. (Geschichte des ehemaligen Bisthums Leubus ..., 1829)

Die Akten der Gemeindegeschichte von 1440 erinnern an Pfarrer Bernard Gawron, Komendatur aus Bralin. Eine handschriftliche Nachricht in einem alten Proventenbuche des Pfarrarchivs besagt, daß 1440 Bernhard Gaffron, Pfarrer von Trembatschau u., seiner Kirche zwei ererbte
Untertanengüter daselbst zum ewigen Gedächtnis verlieh.
  • Namensvariationen

1232 Trambachevo *3
1305 Tramaczów * 1 Trambaczow *2
1376 Trambeczow *2
1378 Trambicz
1416 Tramstaw Trambastaw*2
1446 Trembicz *2
1787 Trembatschine
1920 Trębaczów (Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages fielen am 10. Januar 1920 Gebietsteile des Kreises Groß Wartenberg an Polen, auch Trembatschau.)
1943 Treuweiler (durch Anordnung des Reichsstatthalters mit Zustimmung des Reichsinnenministers alle Namen, die Orte betrafen, die eine Post- oder Bahnstation besaßen, endgültig in einer deutschen Form festgelegt. Das waren, da meist nicht deutsch genug, lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen)

(*1 Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis-(Einnahmeregister des Bistums Breslau aus dem Anfang des 14.Jahrhunderts, 1889)
(*2 Franzkowski 1912)
(*3 Schlesiens Kirchorte und Ihre kirchlischen Stiftungen)

  • Die Eigentümer von Trembatschau

1232 - Bischof Lorenz (Leubus)
         - Herzog Heinrich
1358 - Familie von Gaffron
Die unter die ältesten adeligen Geschlechter Schlesiens gehörende Familie von Gaffron, früher von Gawron, Gaveron geschrieben, ist nach Sinapius und mehrern Andern gleichen Ursprungs mit der Familie Gawronsky in Polen, deren Stammhaus Gawrony in der Grafschaft Sendomir ist, und welche um Gnesen und in Sieradien reich begütert waren. Diese polnische Abstammung ist jedoch unwahrscheinlich,
1) da es in Schlesien drei Dörfer des Namens Gaffron bei Glogau, Steinau nnd Medzibor giebt, die ganz so wie der deutsche Name der Familie geschrieben werden , und
2) in der ölsischen Chronik die Familie von Gaffron unter den deutschen, nicht unter den polnischen Adel gezählt wird; endlich bezeichnet auch
3) die ganz deutsche Endung on, die in Schwaben in Süddeutschland öfter bei Orts- und Familien - Namen vorkommt, den deutschen Ursprung.
Im Jahre 1358 war Przepko von Gaveron Herr auf Buschka bei Wartenberg angesehen bei Herzog Conrad von Oels. Das Gut Buschka hat er an Heinrich Thamme von Hayn und seine Nachkommen zu Lehn gegeben. Actum Oels: in die Cinerum A. D. 1358.
Die Familie von Gaveron breitete sich später in den Fürstcnthümern Glogau, Oels nnd Schweidnitz aus, und theilte sich in drei Linien :
von Gaffron - Oberstradam ,
von Gaffron-Trembatschau,
von Galfron -Zobel,
wovon die beiden letztern ausgestorben sind, die erstere aber noch im Münsterberger und Strehler Kreise angesessen ist.
Im Jahre 1615 heirathete Cordula von Prittwitz, die Lieblingsdame und Freundin der Herzogin Dorothee Sibylle von Brieg, einen von Gallron aus dem Fürstenthume Schweidnitz.
Im Jahre 1628 überkam Sigitmund von Gaffron und Oberstradam der jüngere, durch seine Gemahlin Anna v. Saurma das Gut Haltauf bei Münsterberg, nachdem ihm während des 30jährigen Krieges sein Gut Schollendorf im Wartenbergschen mit Gewalt genommen worden war, und seit jener Zeit ist die Familie im Münsterbergschen ansässig geblieben. Sein Sohn Maximilian verlebte seine Jugend in Schweden, ging dann in kaiserliche Dienste, führte im Jahr 1676 ein Regiment Dragoner gegen die ungarischen Insurgenten unter dem Graf Tekely, wurde, nachdem er sich heldenmüthig für sein Regiment aufgeopfert hatte, drei Pferde verloren hatte, am 3. November 1077 gefangen, und von den Ungarn lebendig aufgespiesst.
Siehe Attest des kaiserl. Generals Freiherrn Schmidt v. Ehrenfels. Caschau, den 1. Jannar 1678
1376 - Urkunde von Kardinal Johann zu St. Markus, Bischof von Sabina, unter dem 14. Januar 1376 zu Avignon über den Jurisdiktionsstreit des schlesischen Klerus mit dem Minoritenorden.
Unter den hier angeführten Parochien ist auch „Trembatschau“ mit angeführt.
1448 - Eigentum der Brüder Bernhard Konrad und Paul Pretwiczow aus Gawron
1465 - Georg Korn aus Gawron
ca. 1590 drei Anteile an Trembatschau gehörten Standesherr
Georg von Braun (1570-1585)
1596 1 Anteil an Trembatschau Burggraf Abraham Dohna
vor 1734 - Grafen Dohna
1734 - Ernst Johann von Kurland
1769 - Peter von Kurland
1800 - Wilhelmine von Kurland, Herzogin von Sagan
nach 1800 - Gustav Calixt Prinz Biron von Curland
1821 - Karl Friedrich Wilhelm Prinz Biron von Curland
1848 - Calixt Prinz Biron von Curland zu Polnisch-Wartenberg
1882 - Gustav Prinz Biron von Curland Freier Standesherr auf Groß-Wartenberg

Lt. "Topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats" (1823):   735 Einwohner  (nebst Zubehör)

  • Ortsnamen

Durch unveröffentlichten Erlass vom 29. Dezember 1939 galten vorläufig hinsichtlich der bisher polnischen Ortsnamen die bis 1918gültigen deutschen Ortsnamen. Diese globale Rückbenennung war möglich, da noch das gesamte deutsche Kartenwerk für die 1920 an Polen abgetretenen Gebiete (auch) die früheren deutschen Ortsnamen weitergeführt hatte.

 Im laufe der nächsten Jahre erfolgten teilweise »wilde« Eindeutschungen von Ortsnamen, meist auf Kreisebene.
1943 wurden durch Anordnung des Reichsstatthalters mit Zustimmung des Reichsinnenministers alle Namen, die Orte betrafen, die eine Post- oder Bahnstation besaßen, endgültig in einer deutschen Form festgelegt. Das waren, da meist »nicht deutsch genug«, lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen, zum Beispiel:

Doruchow: Dietrichsweiler,

Tannenrode: 1939: Glückshof, 1943: Tannenrode,

Grabow: 1939: Altwerder, 1943: Altwerder (Wartheland),

Haideberg: Heideberg,

Kempen i. Posen: Kempen (Wartheland),

Laski: Hirscheck,

Münchwitz: 1939: Mühlenberg, 1943: Münchwitz,

Ostrowiec: 1939: Ostrau, 1943: Strohwitz,

Perschau: 1939: Persitz, 1943: Perschau,

Schildberg: Schildberg (Wartheland),

Strenze: 1939: Sternbruch, 1943: Strenze,

Trembatschau: Treuweiler

Trembatschau liegt Breitengrad  51.12.38 und Längengrad 17.48.91.

Trembatschau gehörte bis 1920 zum schlesischen Kreis Groß Wartenberg, wurde im Rahmen des Versailler Vertrages 1920 an Polen abgetreten und gehört seitdem zum polnischen Kreis Kepno in Posen.

Trembatschau hatte eine überwiegend katholische Bevölkerung, die Polnisch/Deutsch gemischt war. Auf Grund der Nähe zu Oberschlesien galt nicht  Pole=katholisch und Deutsch=evangelisch. Allerdings gab es auch eine geringe Anzahl von evangelischer Bevölkerung, die im wesentlichen deutscher Nationalität war. Das OFB (Ortsfamilienbuch auf genealogy.net ) beginnt 1851 und wird 1897 enden. 

Neben Trembatschau sind auch die Orte Fürstlich Neudorf (bis 1885), Sbitschin, Grunwitz, Eichgrund, Dalbersdorf, Mühlwitz und Galbitz erfasst. Das Einzugsgebiet des OFB entspricht etwa dem südlichen Teil des Kreises Groß Wartenberg. 

 
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